Medien - Die schöne Galathée
Premierenbericht Urner Wochenblatt
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Bericht Premiere in der Neuer Urner Zeitung
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Premierenbericht Blick
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Ankündigung Urner Wochenblatt
Forum musikbühne uri
Alles Operette!
Mit dem Grossprojekt „Das Weisse Rössl“ hat das forum musikbühne uri erfolgreich die Urner Operettentradition wieder aufgenommen. Wer erinnert sich nicht an die bärbeissige Rössl-Wirtin, den altklugen Piccolo und Hits wie „Im weissen Rössl am Wolfgangsee“ und „Was kann der Sigismund dafür dass er so schön ist“? Nach diesem gelungenen Operettenauftakt in Uri lag es nahe, mit „der schönen Galathée „ von Franz von Suppé ein weiteres Operetten-Projekt an die Hand zu nehmen.
Die Probenarbeit hat begonnen
Ab dem 18. April heisst es darum im Hotel Goldener Schlüssel in Altdorf wieder: „Alles Operette!“ Bis es soweit ist, steht den Mitwirkenden noch einige Arbeit bevor. Wie an diesem Samstagvormittag; während das Personal im Schlüssel geschäftig die Tische im Restaurant eindeckt, hat sich im Saal das Musiker-Ensemble der schönen Galathée versammelt. Eine erste gemeinsame Probe steht an. Obwohl sie Profi-Musiker sind, ist das Üben des Zusammenspiels wichtig. Schliesslich soll das „Kammerorchester“ mit den Darstellerinnen und Darstellern eine musikalische Einheit bilden. Franziska Dahinden, die gleichzeitig die schöne Galathée mimt, leitet heute die Probe. Es geht darum, sämtliche Stücke anzuspielen und eventuelle Unstimmigkeiten in den Noten der verschiedenen Instrumentalstimmen abzugleichen. Ob die eine Musikerin an einer Stelle ein „h“ spielt und der andere Musiker ein „b“, macht dann doch einen hörbaren Unterschied aus. Dennoch haben die Musikerinnen und Musiker Spass an der Sache. Es gelingt ihnen schon mühelos, die wunderschönen Melodien aus „der schönen Galathée“ herbeizuzaubern, dass einem diese noch Stunden später im Kopf herumgeistern.
Weltbekannte Geschichte
Mit „der schönen Galathée“ bringt das forum musikbühne uri ein kleineres Projekt auf die Bühne. Das heisst aber nicht, dass „die schöne Galathée“ den anderen Werken in ihrem Genre inpuncto Unterhaltsamkeit oder Musikalität etwas nachstünde. Im Gegenteil; behandelt sie doch das Pygmalion-Thema, das auch im weltberühmten Musical „My fair Lady“ vorkommt. Zwar wird kein einfaches Mädchen zur Lady verwandelt, doch die Grundthematik bleibt die selbe. Die Marmorstatue namens Galathée verzaubert ihren Schöpfer Pygmalion so sehr, dass er die Göttin Venus anfleht, die Statue zum Leben zu erwecken. Was auch prompt geschieht. Doch schon bald entwickelt Galathée ihren eigenen Willen, sehr zum Ärger von Pygmalion. Er will, dass Galathée wieder zu Stein wird. Unterhaltender Verwicklungen, gewürzt mit einem Schuss Nachdenklichkeit und wunderbarer Melodien kann man sich als Zuschauer also gewiss sein.
Unterhaltung garantiert
Nicht zu letzt trägt das Darsteller-Ensemble zum gelungenen Operettenerlebnis bei. Es gibt bei „der schönen Galathée“ ein Wiedersehen mit bereits vom „Weissen Rössl“ bekannten Gesichtern und Stimmen. Franziska Dahinden spielt die schöne Galathée. Barbara Jaggi-Pietrzak mimt dieses Mal keine bärbeissige Rössl-Wirtin, sondern Ganymed, Pygmalions Diener. Alfred Pfeifer wechselt den Kellnerfrack mit der Robe des Kunstenthusiasten Mydas und Armin Würsch aus Nidwalden gibt sein Urner Debüt als Künstler Pygmalion. Unterstützt werden die vier Hauptdarstellerinnen und –darsteller von einem Kleinchor aus Urner Sängerinnen und Sängern und einem Profiorchester. Wer will, kann sich zusätzlich zu den musikalischen mit kulinarischen Leckerbissen aus der Küche von Fabian Lombris im Hotel Goldener Schlüssel verwöhnen lassen. So oder so, schöne Musik, gutes Essen und gute Unterhaltung, das ist ein „Wellnessprogramm“ das man sich auf jeden Fall gönnen sollte.
Brigitte Hächler
Interview mit Alfred Pfeifer
Die Operette ist ein Spiegel der Realität
Alfred Pfeifer hat im Jahre 2006 in Altdorf die Operette „Das Weisse Rössl“ inszeniert und zusammen mit dem forum musikbühne uri eine in Uri vergessene Tradition wieder aufleben lassen. Am 18. April feiert die Operette „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppé im Hotel Goldener Schlüssel in Altdorf Première. Alfred Pfeifer führt im neuen Projekt des forum musikbühne uri wieder Regie und verkörpert nebenbei die Figur des Mydas, eines Kunstenthusiasten.
Alfred Pfeifer, bekannte Operettenveranstalter haben mit Zuschauerschwund zu kämpfen. Sind Operetten fürs Publikum langweilig geworden?
Alfred Pfeifer: „Das wäre schade, denn Operetten haben dem Publikum viel zu bieten. Das Problem ist vielmehr, dass die intelligente Operette bei vielen Inszenierungen unter dem Deckmantel dem Publikum etwas Modernes zu bieten, mit plumpem Schenkelklopf-Humor ins Lächerliche gezogen wird. Alles ist vorhersehbar, jede Pointe vorprogrammiert. Das Publikum hat keine Möglichkeit, selbst zu einer Erkenntnis zu gelangen.“
Was macht demnach eine „intelligente“ Operette aus?
Alfred Pfeifer: „ Der Anspruch, die Operette von der vorhin genannten Lächerlichkeit wegzuführen und sie in ein komisch-dramatisches Geschehen überzuleiten. Das heisst, das Publikum soll anhand der Operette zu Einsichten gelangen, die helfen, Zusammenhänge zu sehen, damit wir unser Zusammenleben möglicherweise besser gestalten können. Es soll wachgerüttelt, provoziert und überrascht werden. Die Operette zeigt eine Gegenwelt auf, in der wir uns wieder erkennen können. Sie gibt uns die Hoffnung, dass es am Ende trotz aller Dramen, Verwirrungen und menschlicher Schwächen gut ausgeht und wir über die Geschehnisse schmunzeln oder lachen können.“
Die Operette ist also ein Mix von tragisch-komischen Ereignissen. Aber wie ist es nun genau mit dem Zusammenspiel von Humor und Tragik in der Operette?
Alfred Pfeifer: „Alles Komische hat tragische Wurzeln, und die trägt auch die Operette in sich. Solange wir die Folgen von etwas nicht kennen, erscheint uns das Ganze komisch - wie sich eine Figur entsprechend benimmt, wenn Verwicklungen im Stück entstehen etc. Doch werden uns die Folgen einer Handlung bewusst, bleibt uns das Lachen im Halse stecken. Als Beispiel: Wenn jemand stolpert, lachen wir über die Absurdität der Situation, über das Komische oder aus Schadenfreude. Wenn die Person aber liegen bleibt, verändert sich die Situation schlagartig. Das sind interessante Mechanismen, mit denen man auch spielen kann. Das Publikum soll den Witz entdecken. Humor und Lachen sind in der Operette ein wichtiger Bestandteil, sie sollen das Publikum nur nicht verblöden.“
All das tönt nach einer anspruchsvollen Aufgabe für Sie als Regisseur…
Alfred Pfeifer: „Nun, ich habe nicht den Anspruch, ein Stück neu zu erfinden. Ich lasse mich von dem Rahmen, den das Stück mir gibt, leiten. Wir bringen möglichst leidenschaftlich die Bilder, welche beim Lesen des Stückes entstehen, mit grösst möglicher Authentizität auf die Bühne. Das hat auch mit einer gewissen Demut gegenüber dem Stück zu tun.“
Kommen wir auf Ihr aktuelles Stück „die schöne Galathée“ zu sprechen. Wie laufen die Probenarbeiten?
Alfred Pfeifer: „Wir sind auf sehr gutem Wege. Wichtig ist, sich immer wieder mit den Figuren auseinanderzusetzen, sie weiterzuentwickeln. Das ist eine Arbeit, die nicht mit der Premiére aufhört.“
Wie kann man sich das vorstellen, Figuren/Charaktere zu entwickeln?
Alfred Pfeifer: „Eigentlich ist die Sache ganz einfach, man stellt sich die berühmten W-Fragen zu einer Figur. Also wer ist sie, was macht sie, warum handelt sie so, woher kommt sie, etc. Danach kann man anfangen, eine Szene zu stellen und zusammenzusetzen. Dazu kommt, dass in der Operette gesungen wird. Wobei die Musik/das Gesungene ebenfalls nichts anderes als ein geführtes Gespräch ist, das den Zuhörern bestimmte Emotionen der Spieler übermittelt. Zu dieser Arbeit gehört es auch, den Mut zu haben, Dinge wieder zu verwerfen und von Vorne zu beginnen.“
Welche Aufgabe haben Sie als Regisseur in diesem konkreten Fall?
Alfred Pfeifer: „Das Stück bietet einen gewissen Rahmen, in dem die Darstellerinnen und Darsteller ihre Figuren entwickeln können. Ich versuche, die Verbindung zwischen den Darstellerinnen und Darsteller und dem Stück zu schaffen. Nicht nur das Publikum, auch sie sollen durch die Arbeit am Stück bereichert werden und sich in ihrer Rolle wohlfühlen. Dazu gehört natürlich auch ein phantasievoll gestalteter Spielraum, entworfen von Judith Wirz, der den Darstellern maximale Möglichkeiten bietet, ihre Rollen dem Stück gemäss zum Leben zu erwecken. “
Ihr Ensemble besteht aus vier Personen. Auf welche Charaktere stossen wir da?
Alfred Pfeifer: „Galathée, gespielt von Franziska Dahinden, ist eine Marmorstatue, die vom Künstler Pygmalion erschaffen wurde. Er verliebt sich die Statue und bittet die Götter, sie zum Leben erwachen zu lassen. Sie erwacht aus ihrer Starre und lernt das Leben kennen. Ein Leben, das zunächst bedeutet, Pygmalion zu Willen zu sein. Nach und nach entwickelt sie aber ihren eigenen Willen. Pygmalion, gespielt von Armin Würsch, ist der Schöpfer von Galathée, er lässt ihr Leben einhauchen, welches er ihr aber auch wieder nimmt, weil er ihre Selbstständigkeit nicht dulden kann. Barbara Jaggi-Pietrzak verkörpert Ganymed, den Diener Pygmalions. Ein etwas fauler Geselle, der sich in Galathée verliebt und dadurch aufblüht. Er muss im Stück den Verlust seiner Liebe beklagen. Schlussendlich kommt noch Mydas, meine Rolle, ins Spiel. Er ist eine eitle Person, die sich alles mit Geld erkaufen kann und meint, deswegen geliebt zu werden. Er will Galathée für sich gewinnen, in dem er ihr Schmuck kauft. Er steht aber wie Pygmalion am Ende mit leeren Händen da. Zwei Männer, die nur Zerstörung hinterlassen.
Sie sehen, die schöne Galathée wird dem Publikum keine seichte, sondern humorvolle und intelligente Unterhaltung bieten. Alles verpackt in wunderschöner, dramatischer Musik.“
Zum Schluss einen kleinen Blick in die Zukunft. Haben Sie schon ein weiteres Operetten-Projekt in Uri im Auge?
Alfred Pfeifer :“Zunächst widmen wir uns „der schönen Galathée“. Natürlich sind wir in Gedanken bereits an neuen Projekten, denn es ist in meinem und im Sinne des Vereins forum musikbühne uri ein Musiktheater in Uri zu etablieren.“
Alfred Pfeifer, Besten Dank für das Gespräch.
Interview Brigitte Hächler
Probenbilder
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